Ebooks


Im Bett lese ich richtige Bücher aus Papier. Auf dem Klo auch. Einen E-Book-Reader wollte ich für unterwegs, damit ich auf langen Bahnfahrten oder im Urlaub nicht immer einen halben Wald mit mir herumtragen muß. Was ist, wenn ich um die halbe Welt fliege mit zwei Bänden "Die Brüder Karamasoff" im Gepäck, aber vor Ort bin ich auf einmal gar nicht mehr in Stimmung für Dostojewski, sondern mag lieber Mark Twain lesen? Aber die Bücher müssen erstmal auf den Reader kommen, darum habe ich den Epub-Erzeuger Ebola geschrieben.

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Wenn ein Autor vor mindestens 70 Jahren das Zeitliche gesegnet hat, stehen seine Werke nicht mehr unter einen Copyright. Freundliche Menschen erfassen sie und stellen sie ins Internet. Für deutschsprachige Bücher existieren zwei Haupt-Adressen: Gutenberg und Zeno. Beide bieten ziemlich umfangreiche Sammlungen der Werke toter Dichter für gar kein Geld an.

Nur die Bücher auf sein E-Book zu bekommen, ist nicht so ganz einfach, denn Gutenberg und Zeno zeigen sie zerhäckselt in einzelne Kapitel auf verschiedenen html-Seiten an. Die müßte man alle per Hand herunterladen und zusammenbasteln, bevor man seinem Authoringprogramm (z.B. Calibre) die Daten zu futtern geben könnte, auf daß ein Ebook daraus entstehe.

Jemand hat daraufhin Cextra entwickelt, das in der Lage ist, beliebige Bücher von diesen Seiten herunterzuladen (EDIT: nach Strukturänderung bei Gutenberg dort nicht mehr, sondern nur noch bei Zeno!) und in konsolidierter Form, als XHTML-Datei, zu speichern, dazu Bilder und Stylesheets. Damit kann man dann schon arbeiten, allerdings ist das noch immer mühsam, weil Cextra ein Kommandozeilen-Tool ist und man für jedes Büchlein eine eigene, recht komplexe Befehlsfolge eintippen muß.

Darum habe ich mich entschlossen, das Ganze selbst zu machen, und damit andere es auch benutzen können, auch noch mit GUI und sogar für Windows gleich mit. Das fertige Programm kann eine beliebig lange Liste von Büchern automatisch herunterladen und auf Wunsch auch gleich in Ebooks umwandeln, wobei eventuell vorhandene Bilder automatisch eingebunden werden. Und weil der Quelltext frei verfügbar ist, hat ein Ösi namens Ferri sehr viele neue Sachen eingebaut hat, wofür ihm hiermit herzlich gedankt sei!



Ich vermute mal, die von Ebola erzeugten Ebooks sind nicht besonders standardkonform; ich habe niemals einen Ebook-Checker drüberlaufen lassen. Für mich war nur wichtig, daß ich die Bücher ggf. mit Calibre oder Sigil öffnen und vor allem daß mein Pocketbook 360 damit umgehen kann. Das kann es. Wenn Deine Reader es nicht kann, hol Dir den Quelltext und ändere das Programm. Ich möchte normalerweise auch nicht mit "bei mir geht das nicht"-Meldungen belästigt werden. Bei mir geht das nämlich. Gegen eine gute Fehlermeldung mit genauer Beschreibung ist natürlich nichts einzuwenden, aber ich hatte zu viele Computerbild-Leser, die mir mit dämlichem "Geht nicht"-Geblöke ohne weitere Information versucht haben, auf die Nerven zu fallen.

Ebola steht komplett unter der Schnurz-Piep-Egal-Lizenz. Deren Bestimmungen lassen sich sehr leicht in zwei Wörtern zusammenfassen: alles erlaubt. Bedeutet, Du kannst Programm und/oder Quelltext runterladen, beliebig verändern, ganz oder teilweise weitergeben oder für Dich behalten, auf CD/DVD brennen und so weiter. Und wenn Du jemanden findest, der dumm genug ist, Dir Geld dafür zu geben, kannst Du es auch verkaufen.

Solltest Du signifikante Verbesserungen/Erweiterungen vorgenommen haben, kannst Du Dich gern mit mir in Verbindung setzen, damit wir das synchronisieren.

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Einrichtung
 
Ebola lädt Bücher von zeno.org und gutenberg.spiegel.de herunter. Für Zeno bastelt es eine eine Kommandozeile für Cextra zusammen und ruft dieses auf. Daher funktioniert Ebola nur, wenn Cextra heruntergeladen und irgendwohinausgepackt wurde. Den Pfad kann man im Programm unter "Einstellungen -> Cextra-Pfad" angeben. Sollte man auch, denn sonst funktioniert nichts. Am schlauesten ist es, das direkt ins passende Unterverzeichnis von Ebola zu kopieren, wo das Programm auch zuerst sucht.

Gutenberg-Bücher lädt Ebola selbst herunter. Es  holt sich alle Kapitel eines Buches (und zeigt das während des Downloads auch an), bastelt sie zu einem XHTML zusammen und fügt im Quelltext verlinkte Bilder ein. Allerdings macht Ebola nicht selbst die Herunterlade-Arbeit, sondern läßt sie von Wget tun.

Windows-Benutzer (und nur diese) müssen unterhalb der ebola.exe zwei Subdirectorys namens "zip" und "wget" haben, in dem die Dateien "zip.exe" und "bzip2.dll" bzw. "libiconv2.dll", "libintl3.dll" und "wget.exe" liegen. Gibt es unter ZIP (Windows) und WGET (Windows). Sind aber schon dabei. Wget muß ins Internet dürfen; denk' dran, falls Du die gelbe Pest oder ein ähnliches Schlangenöl-"Schutz"-Programm installiert hast.

Mitgeliefert wird auch eine Liste der kompletten Archive von Gutenberg und zeno.org zum Zeitpunkt der Programmerstellung. Man kann diese Liste von Ebola automatisch aktualisieren lassen, allerdings dauert das eine Weile (ca. eine halbe Stunde pro Archiv), weil Ebola sämtliche Links zu allen Büchern aller Autoren herunterladen muß. Belohnt wird die Mühe mit einem Fenster, in dem die neu hinzugekommenen Bücher anklickbar aufgelistet werden.


Bedienung

Nach dem Start präsentiert Ebola ein Fenster mit drei Bereichen: Buchliste, Neueingabe und Download

Links findet sich die Liste gespeicherter Bücher (wobei es sich eigentlich nur um die Download-Informationen dieser Bücher handelt) in einer Baumstruktur. Darin sind alle Gutenberg- und Zeno-Bücher sowie sämtliche per Hand eingegebenen Bücher enthalten, sortiert nach Autoren. Ein Doppelklick auf ein Buch fügt es der Download-Liste hinzu, ein Doppelklick auf einen Autoren fügt der Liste alle gespeicherten Bücher dieses Autors hinzu. Drag and Drop vom Baum in die Down-load-Liste funktioniert natürlich auch.

Oben gibt es ein kleines Textfeld, in das man den Namen eines Autors eintippen kann. Ebola springt dann im Baum zu dem entsprechenden Autor. So muß man nicht immer scrollen, wenn man einen Autor sucht. Desweiteren gibt es drei Buttons, einen zum Löschen eines ausgewählten Eintrags, egal ob Buch oder Autor (dessen Bücher dann natürlich auch gelöscht werden), einen zum Neuladen der Bücherliste und einen zum Speichern.

Die Listen von Zeno und Gutenberg wurden automatisch erzeugt. Es kann gut sein, daß einzelne Links nicht stimmen oder ganz fehlen. Solche Fälle kann man selbst erfassen, und zwar im Bereich "Neueingabe". Ebola erwartet Autor, Buchtitel und Download-Link. Den Titel des Buches muß man per Hand angeben; unter dieser Bezeichnung wird das fertige XHTML oder Epub am Ende gespeichert, darum ist es schlau, dort auf Zeichen zu verzichten, die nicht in Dateinamen vorkommen dürfen. Autor: Es sind bereits alle (derzeit) bei Zeno und Gutenberg vorhandenen Autoren gespeichert, so daß man einfach den richtigen Eintrag aus der Liste wählen kann. Gibt es ihn nicht, muß man den Namen eintippen und er wird der Auswahlliste hinzugefügt, steht also beim nächsten Mal zur Auswahl bereit. Die URL kann man aus dem Browser kopieren: Dafür ruft man die erste Buchseite im Browser auf, egal ob bei Gutenberg oder Zeno, und kopiert die URL aus der Adreßzeile in das Eingabefeld von Ebola. Per Button "zur Download-Liste hinzufügen" kopiert man es in die Download-Liste.

Die Einträge in der Download-Liste kann man auch bearbeiten; ein Klick darauf bringt die Daten wieder in die Eingabemaske, wo sie beliebig geändert werden können. Beim Speichern wird entweder der bestehende Listeneintrag geändert oder ein neuer erzeugt – das hängt davon ab, ob sich an Autor oder Titel etwa geändert hat. Ggf. muß man also hinterher in der Download-Liste den alten Eintrag löschen, was per Markieren und Klick auf den Papierkorb-Button zu bewerkstelligen ist. Ein Klick auf das Disketten-Symbol fügt die Listeneinträge der Liste der gespeicherten Bücher hinzu. Die müßte man dann übrigens auch noch speichern, falls man seine Einträge beim nächsten Programmstart wiedersehen möchte.

Herunterladen und Konvertieren: Ist die Download-Liste einmal fertig befüllt, kann man alle darin enthaltenen Bücher auf einen Rutsch herunterladen und als XHTML und/oder Epub speichern – je nachdem, welches Häkchen gesetzt ist. Mit dem Button "Bearbeitung starten" geht es los. Ebola erzeugt für jedes Zeno-Buch in der Download-Liste eine Kommandozeile und ruft Cextra damit auf, jedes Gutenberg-Buch lädt es selbst herunter. Das Herunterladen kann eine Weile dauern.

Ist ein Buch heruntergeladen, wird es konvertiert und ins Verzeichnis "output" unterhalb des Programmverzeichnisses kopiert. Dort tauchen weitere Unterverzeichnisse auf, "XHTML" und/oder "Epub", je nachdem, was man eingestellt hat, und darunter werden wiederum Verzeichnisse für jeden Autor angelegt. Und darin endlich landen die fertigen Ebooks. Von dort kann man sie direkt auf einen Reader oder eine Speicherkarte kopieren, mit Calibre oder Sigil weiterbearbeiten oder damit tun, was auch immer man tun möchte. Falls Bilder mit heruntergeladen wurden, landen sie an passender Stelle (dort, wo sie im Text verlinkt sind) auch im E-Book. Bilder, auf die nirgends im Text ein Link existiert (Werbebildchen usw.) werden von Ebola ignoriert, also nicht ins Ebook übernommen.


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Ebola 1.2.2 für Windows herunterladen (ebola.zip, 1,7 MByte)
Ebola 1.2.2 Quelltext herunterladen (ebola1_src.zip, 2 MByte)


Ebola Linux-Binary 64Bit und Cextra herunterladen (externe Seite)

Hinweise:

Changelog

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Letzte Aktualisierung am 27.09.2014